Hochzeitsdekoration: Im Gespräch mit Grafikerin Iris Haberzettl

Ich freue mich ganz besonders, euch heute Iris Haberzettl aus Wien vorstellen zu dürfen, die ein besonderes Gespür für das richtige Dekorationskonzept bei Hochzeiten hat und als Grafikerin ein Rundum-Sorglos-Paket für Hochzeiten anbietet. Ich bin ganz begeistert von den tollen Umsetzungen und den Bildern, aber lest und seht selbst!

DreiWeisseTauben: Liebe Iris, du bist Grafikerin und Art-Direktorin. Du entwickelst aber nicht nur Logos und Corporate Designs für Unternehmen, sondern auch gemeinsam mit einer Floristin als Partnerin grafische und dekorative Gesamtkonzepte für Hochzeiten. Wie kam es zu dieser Kooperation und eurer gemeinsamen Idee?

Ich habe lange in Werbeagenturen gearbeitet und habe mich vor einem Jahr als Grafikerin selbstständig gemacht. Mir hat das handwerkliche Arbeiten schon immer sehr viel Spaß gemacht, leider hat man in der Werbung kaum Gelegenheit dazu. Als ich meine erste Tochter bekam und die ersten Geburtstagspartys, Faschings- und Geisterpartys dekoriert habe, hatte ich so einen Spaß dran, dass ich das Dekorieren mit der Grafik vereinen wollte.

Um ein Fest aber vollkommen zu machen, fehlte es an der Floristik, also habe ich meine ehemalige Kollegin aus der Graphischen – die nach der Schule eine Floristenlehre bei Lederleitner gemacht hat – gefragt, ob sie Lust hat mit mir diverse Feste zu dekorieren. Sie war sofort dabei und wir hatten auch schon bald unseren ersten Auftrag.

DreiWeisseTauben: Für die Gestaltung der Hochzeitsfeier seid Ihr ja fast so etwas wie ein One-stop-shop. Was bietet Ihr für Hochzeitspaare alles an?

Das Gute an unserem Konzept ist, dass es nur einen Ansprechpartner für alles Grafische und Dekorative gibt. Das heißt, wir überlegen uns ein grafisches und dekoratives Gesamtkonzept. Eine stimmige Gestaltung für all die Dinge, die das Bild einer Hochzeit prägen sollen. Von den Einladungen, Namenkärtchen, Gastgeschenke über den Blumenschmuck, Brautstrauß, Anstecker, Dankeskarte, Fotobuch bis hin zur Online-Bildergalerie.

DreiWeisseTauben: Wenn man zu euch kommt, wie entstehen die Gesamtkonzepte und was ist euch dabei besonders wichtig?

Es ist ganz unterschiedlich. Manche haben schon eine Idee was sie wollen, manche wissen überhaupt nicht was sie wollen und manche wissen zumindest was sie nicht wollen. Ich habe einen Fragebogen, den ich gemeinsam mit dem Brautpaar durchgehe, dann weiß man eigentlich schon recht viel und kann die ersten Vorschläge machen.

DreiWeisseTauben: Ist das hilfreich, z.B. ein Farbkonzept vorgegeben zu bekommen, oder wiederum spannend, eher frei agieren zu können?

Ich finde beides gut. Bei der Lusthaus-Hochzeit haben wir ein Farbkonzept vorgegeben bekommen. Wir fanden das total schön und elegant und so passend zum Lusthaus. Es hat beides seinen Reiz.

DreiWeisseTauben: Wann sollte man dich kontaktieren? Wie viel Zeit ist für das Konzept und dessen Umsetzung einzuplanen?

Es gibt so viele unterschiedliche Herangehensweisen. Auf uns sind schon Brautpaare 3 Wochen vor der Hochzeit zugekommen weil es ihnen dann doch zu viel wurde und sie nicht alles alleine geschafft haben. Wir haben uns dann um die Tischdeko, Brautstrauß, Anstecker für den Bräutigam, Menükarten und Namensschilder gekümmert. Ich würde sagen ein gutes halbes Jahr vor der Hochzeit sollte das erste Gespäch stattfinden, damit man weiß, ob es zwischenmenschlich passt. Immerhin hat man dann ein halbes Jahr ziemlich intensiven Kontakt.

DreiWeisseTauben: Für eine Hochzeit im Lusthaus des Wiener Praters habt Ihr das Motto „Schwarz-Weiß-Gold“ umgesetzt. Herausgekommen ist eine stilvolle, edle Dekoration. Was war eure Intention dahinter?

In dem Fall hatte die Braut schon einen konkreten Plan. Sie selbst ist Grafikerin und hat sich ihre Einladungen und Drucksorten selbst gemacht. Wir haben ausschließlich die Dekoration und Floristik übernommen. Die Kränze für die Tische und das Schleierkraut waren der Wunsch des Brautpaares. Wir machten dann noch weitere Vorschläge, aus denen sie wählen konnte. Zum Beispiel Armbänder für die Brautjungfern, Dekotüten für die Sesseln, Topping für die Torte, Brautstrauß und Anstecker. Wir waren sofort auf einer Wellenlänge und es hat sehr gut funktioniert.

DreiWeisseTauben: Was mich sehr beeindruckt an euren Projekten, ist die Harmonie zwischen der Location und dem Konzept. So habt Ihr z.B. eine Hochzeit in Magdas Hotel, das für mich als alternative, moderne Location Urbanität und Ungewungenheit vermittelt, in ein charmantes Gartenfest verwandelt, mit Wildblumen und Kräutern als Tischdekoration. Das ist absolut stimmig, da möchte ich gerne gleich nochmal heiraten und feiern, und zwar so. Was macht beim Entwickeln solcher Konzepte am meisten Spaß?

Bei dieser Hochzeit hatten wir totale Freiheit, hatten aber auch sehr wenig Budget. Die einzige Vorgabe war, die Farbe Lila soll vorkommen. Wir haben verschiedenste Glasvasen gesammelt und mit Kräutern, Wildblumen und weiteren Schnittblumen bestückt. Durch die Farbzusammenstellung, die sich durch die ganze Tischdekoration gezogen hat, ist ein ruhiges Bild entstanden. Ich mag das Magdas Hotel auch sehr, der Garten hat einen eigenen Charme, es ist sehr unaufgeregt und erinnert mich an Berlin.

DreiWeisseTauben: Du hast schon einige Hochzeiten begleitet. Hast du eine Lieblingslocation? Bzw. welchen Tipp hast du für die Locationsuche?

Eine Lieblingslocation habe ich nicht. Jede Hochzeit, die ich bisher dekoriert habe, hat in einem wunderschönen Ambiente stattgefunden. Ich denke, jeder, der heiraten möchte, hat eine ungefähre Vorstellung wo die Hochzeit stattfinden soll. Ich meine damit keine konkrete Räumlichkeit, sondern in welcher Atmosphäre die Hochzeit stattfinden soll. Soll es rustikal, modern, ausgefallen werden – und daraus ergibt sich dann auch die Location.

DreiWeisseTauben: Gibt es abschließend noch Tipps von dir für die Hochzeitsplanung?

Wichtig ist, die richtigen Leute zu finden, mit denen man arbeiten möchte. Auf die man sich verlassen kann, die einem zuhören, die einem am laufenden halten. Dann kann nichts mehr schief gehen. Vielleicht ein kleiner Tipp, der nichts mit Dekoration zu tun hat: Die Gäste müssen immer etwas zu trinken und zu knabbern haben. Ich habe schon Hochzeiten erlebt, wo die Trauung um 10:00 Uhr war und die Leute erst um 17:00 Uhr was zu essen bekommen haben. Das sorgt für schlechte Stimmung.

Herzlichen Dank liebe Iris für das Gespräch und die spannenden Einblicke in deine Arbeit. Bei deinem finalen Tipp kann ich nur heftig mit dem Kopf nicken, es kann nie genug Essen und Trinken bei Hochzeiten geben. Wenn ich lese, was Ihr tut, dann juckt es mich in den Fingern. Hochzeitsdekoration ist eine tolle Aufgabe!

Wer mehr über Iris‘ Arbeit erfahren oder in Kontakt mit ihr treten möchte, wird hier fündig: http://www.haberzettl.wien/

 

Ich bleibe an dem Thema dran und habe demnächst wieder ein Gespräch mit einer tollen DIY-Braut, die unglaublich viel Herzblut in ihre Hochzeitsdekoration investiert hat. Welcher Typ seid Ihr denn, wollt Ihr eher alles selber machen oder gern auch etwas an die Profis abgeben?

Eure Iris

Fotocredits: mit freundlicher Genehmigung von Iris Haberzettl.

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